1. alchemilla sagt:

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,
    vielen Dank, dass Sie sich heute wieder so viel Zeit für uns nehmen!
    Meine Frage:
    ich habe im Mai und im Juni an reichlich mehr als 10 Tagen Triptane genommen. Um diese Häufigkeit zu beenden habe ich dann im Juli 14 Tage eine Mediakmentenpause gemacht und zur Unterstützung Kortison genommen: 2 mal 60 mg
    8 mal 20 mg
    2 mal 10 mg
    und die restlichen Tage 5 mg.
    Als ich bei 5 mg angekommen war, setzte der Kopfschmerz wieder ein. Ich habe zwei Tage versucht, sie auszuhalten und habe dann am Abend doch ein Triptan genommen. Draufhin hatte ich 8 Tage lang jeden (!) Tag Migräne, also eine wesentlich dichtere Frequenz als vor der Medi-Pause.
    Erst ein Aushalten der Migräne brachte eine Unterbechung von 8 Tagen, dann ging es wieder los mit jeden zweiten Tag Migräne.
    Wie kann es sein, dass NACH einer Medikamentenpause so häufig Migräne auftritt? Ich habe eher das Gegenteil erwartet.
    Vielen Dank für Ihre Antwort -schon mal im Voraus.
    LG
    alchemilla

    • Liebe Alchemilla,

      die Pause alleine kann keine nachhaltige Besserung erzielen. Diese hängt von vielen Faktoren ab. Bei einer spontanen hohen Attackenfrequenz, wie z.b. bei der chronischen Migräne, wird auch durch eine Pause die Migränehäufigkeit meist nicht verbessert. Die Pause hat ja nur einen Effekt auf den MÜK. Ist aber der MÜK gar nicht der bedingende Faktor für die häufigen Kopfschmerzen, sondern die primäre aggressive Migräneverlaufsform, führt die Pause leider nicht zum erhofften Ziel.

      Aus diesem Verhalten der Kopfschmerzen begründet sich dann auch die Diagnose einer chronischen Migräne, die anderer Therapien bedarf.

      Auch hier ist es jedoch wichtig, die 10-Tages-Regel einzuhalten, damit der Kopfschmerzverlauf nicht noch aggressiver wird.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  2. sunrise sagt:

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,

    nach meinem Aufenthalt Anfangt August in Ihrer Klinik habe nun doch noch zwei Fragen und freue mich auf Ihre Antwort:
    Frage 1:
    Wie erklären Sie sich, dass ich nach meiner Hypophysen-Operation (M.Cushing durch die Nase operiert) ein ganzes Jahr keine Migräne-Attacke hatte. Ich musste nach der Operation keine Medikamente (Substitutionsmittel, Cortison etc.) nehmen. Kann eine Vollnarkose bewirken, dass man weniger oder gar keine Migräne hat?

    Frage 2:
    Seit meinem Schlaganfall (ausgelöst durch Triptane) muss ich täglich ASS 100 nehmen. Könnte man dies mit einer Migräneprophylaxe kombinieren, indem ich täglich 300 mg ASS nehme?

    Vielen Dank im voraus.
    Mit freundlichen Grüßen aus dem sonnigen Franken
    sunrise

    • Liebe Sunrise,

      die Verlaufsform der Migräne ist im Einzelfall leider nicht vorherzusagen. Ob die Operation ursächlicher Faktor für die Verbesserung ist, oder rein zufallsbedingt, muss offenbleiben. Eine Erklärung dafür besteht jedenfalls nicht.
      Denkbar ist, dass durch die Vollnarkose die Reaktionsbereitschaft des Nervensystem sich verändert hat. Auch kleine Traumata können den Migräneverlauf deutlich verändern (auch eine Operation ist eine Art Trauma).

      Ob 300 mg ASS vorbeugend in der Migräneprophylaxe wirksam sind, ist nicht abschließend geklärt. Aus dieser Sicht würde ich das Vorgehen nicht empfehlen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  3. Bea sagt:

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,
    ich habe im Juli einen Medikamentenentzug mit Corison zu Hause durchgeführt (Dank des Forums) . Fast 2 1/2 Wochen lang von 100 mg angefangen und gaaanz langsam ausgeschlichen. Das war die schönste Zeit meines Lebens. Zur Zeit ist es wieder schlimmer geworden und ich habe öfters 4-5 Tage am Stück einen Migräneanfall. Ein Sumatriptan hält immer so ca 18 Std. dann merke ich dass ich einen heißen Kopf bekomme und spätestens nach weiteren 4-5 Std. tritt der rechtsseitige Kopfschmerz ein. Ich habe versucht mit Vomex dagegenzuhalten, aber es half leider nichts. Nun meine Frage. Da ich Colitis Ulcerosa auch noch habe, ( im Moment aber zum Glück keinen Schub) sollte ich bzw. darf ich mit Cortison , in welcher Höhe und wie lange mal versuchen eine Migränewoche zu durchbrechen ???? Obwohl ich erst im Juli die fast 3 Wochen gemacht habe.? Ich komme so im Monat auf ca 14 Tage Sumatriptan.
    Würde mich freuen wenn Sie mir weiterhelfen könnten, bei uns kann mir keiner wirklich mit Cortison was sagen im Bezug auf Migräne. (Schade)
    Kann man Cortison auch mal zwischendurch dazu nehmen um kein Schmerzmittel zu nehmen und wenn ja zu welcher Uhrzeit? Wenn z.B um 13 Uhr die Miggi einsetzt. Geht dann Kortison auch noch?
    Ich weiß viele Fragen, deswegen würde ich ja gerne nach Kiel kommen, aber mein Antrag läuft und läuft und läuft…… schnauf…
    Vielen herzlichen Dank für Ihre tolle Hilfe ohne Sie wären wir Migränegeplakten ganz schön arm dran.
    Ganz Liebe Grüße Bea

    • Liebe Bea,

      es tut mir leid, dass Sie so viele Sorgen gleichzeitig lösen müssen. Umso schöner, dass Sie das auch noch so positiv formulieren können.

      Kortison sollte die Ausnahme in der Behandlung sein. Bei einem Status migraenosus über mehr als 3 Tage kann man am 4. oder auch 5. Tag jeweils 100 mg Prednisolon einsetzen. Dies sollte jedoch nicht zu häufig erforderlich sein. Eine genaue Anzahl lässt sich nicht festlegen, ein bis zweimal im Quartal sollte aber die Obergrenze sein. Damit diese eingehalten werden kann, ist eine effektive Vorbeugung besonders wichtig.

      Auf der anderen Seite lese ich, dass Sie 14 Tage im Monat ein Triptan benötigen. Hier ergibt sich das Problem eines MÜK und es ist besser, einmal konsequent eine Medikamentenpause einzuhalten, als immer wieder Kortison zu verwenden. Es spricht nichts dagegen, dass man Kortison im Einzelfall auch am Nachmittag oder später verabreicht.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  4. lostway sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    ich war bis Donnerstag, 08.09. bei Ihnen in der Klinik und wurde auf die Prophylaxe Doxepin 25mg eingestellt. Von Donnerstag bis Samstag litt ich unter einem heftigen Migräneanfall. Seit einigen Tagen bin ich sehr müde und schlapp, so dass ich auch nach 8 Stunden Schlaf kaum aus dem Bett komme und mich nur mit Mühe durch meinen Alltag schleppe. Außerdem leide ich an Schwindelanfällen beim Bücken bzw. Aufstehen und an ständigem Hungergefühl. Diese Nebenwirkungen haben sich in den letzten Tagen dramatisch verstärkt, sind also statt nachzulassen heftiger geworden.

    Meine Frage: macht es Sinn, das Doxepin weiter einzunehmen bzw. ist zu erwarten, dass sich die beschriebenen Nebenwirkungen abschwächen? Ist es normal, so ausgeprägte Nebenwirkungen zu haben, während die Wirkung ausbleibt?

    Mit freundlichem Gruß und herzlichem Dank
    Bettina

    • Liebe Bettina,

      Sie beschreiben die ganz typische Situation bei Behandlungsbeginn mit Doxepin. Diese wird auch im Aufklärungsbogen über die trizyklischen Antidepressiva ausführlich beschrieben. Sie finden auch alle Informationen dazu im “Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne”, welches Sie zu Beginn Ihres stationären Aufenthaltes erhalten haben.
      Auch in den Vorträgen und Einzelbehandlungen weisen wir darauf hin.

      In Kürze: In den ersten 2 bis 4 Wochen verspürt man meist nur Nebenwirkungen. Die Wirkung stellt sich oft erst nach 6 – 12 Wochen ein.

      Setzt man zu Beginn vorzeitig ab, verschließt sich eine Chance auf Besserung. Daher wäre ein Zuwarten zu überlegen. Sollten Sie jedoch mit den Nebenwirkungen gar nicht zurecht kommen, können Sie auch, nach Absprache mit dem Arzt, absetzen. Die Dosis ist so gering, dass eine weitere Reduktion nicht sehr sinnvoll erscheint.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  5. Bea sagt:

    Lieber Herr Professor Göbel,
    ich habe ihnen weiter oben schon mein Anliegen geschrieben und wollte noch dazu vermerken, dass ich seit April 2011 100 mg Topamax als Prophylaxe nehme. Nur zur Ihrer Information. Ich habe zwar das Gefühl, dass dadurch die Migräne etwas leichter und die Medikamente wenigstens wirken, als ohne Prophlaxe, aber leider auch nicht viel weniger Anfälle.
    Herliche Grüße Bea

    • Liebe Bea,

      Topamax führt häufig zu einer Abmilderung der Attackensymptome. Die eigentliche Attackenfrequenz bleibt oft jedoch die gleiche.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  6. Moni sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    nehme derzeit 75 mg Topimarat (Zieldosis 100 mg). Da ich nun in der kommenden Woche ein Zahnimplantat bekomme (also Beginn der Behandlung), soll ich prophylaktisch etwa 1 Woche bis 10 Tage ein Antbiotikum nehmen (Clindamycin AL 300, 3 x 1 / Tag). Meine Frage: Ist dies mit dem Topimarat kompatibel? Gibt es etwas zu beachten? Leider ist mein Neurologe im Urlaub und mein Zahnarzt kann mir dazu nichts sagen. Ich hoffe, Sie können mir weiterhelfen.

    Herzliche Grüße und besten Dank!
    Monika

  7. muschel sagt:

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,
    in einem Heft der Migräne Liga las ich einen Artikel über “Medizinische Resonanz-Therapie Musik”. Es gibt CD für div. Krankheitsbilder, u.a. auch für Migräne. Haben Sie von dieser Therapie gehört und ggf. auch Erfahrungen damit gemacht? Die Kompositionen stammen von Peter Hübner. Vielen Dank für Ihre Einschätzung dazu.

    Mit freundlichen Grüßen
    Muschel

    • Liebe Muschel,

      wissenschaftliche Untersuchungen zur Wirksamkeit sind mit nicht bekannt. Daher kann ich leider keine Aussagen zur Effektivität treffen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  8. Cinderella sagt:

    Hallo Herr Professor Göbel!
    Ich war im Juli stationär in Kiel.Wir haben uns leider nicht persönlich kennen lernen dürfen,da sie im Urlaub waren.Mit der ärztlichen Betreuung war ich aber super zufrieden.Während des Aufenthaltes ging es mir auch gut.Leider ist das jetzt nicht mehr der Fall.Ich bin aber selbst schuld.
    Als ich in die Klinik kam,nahm ich täglich zweimal L-Polamidon 12 Tropfen.Wir fanden heraus,dass das wohl mein Migränetrigger Nr. 1 ist.Ich machte einen Entzug von dem Opiat.Jeden Tag ein Tröpfen weniger.Mir ging es blendend.Ich hatte zwar leichte Körperkrämpfe nachts,aber die waren auszuhalten.Insgesamt besteht bei mir ein Analgetikaübergebrauch.Im Juli mußte ich nur 2 Migräneanfälle mit Triptanen behandeln.
    Dann zu Hause angekommen wurden die Schmerzen wieder schlimmer.Ich bekomme das L-Polamidon wegen einer Deckplattenfraktur an der BWS 7,8,11.Eigentlich sind die Brüche von 2006 längst ausgeheilt,aber ich habe trotzdem immer noch höllische Schmerzen(hatte eine Osteoporose ,die sich aber nun verbessert hat).Ich habe zu Hause im Alltag unter Belastung gemerkt,dass ich ohne das Opiat nicht auskomme.Die Schmerzen an der BWS liegen dann bei 9-10 auf der Schmerzskala.Nun hatte ich mich so über den Entzug gefreut,mußte dann aber zu Hause wieder mit dem Medikament beginnen.Es hilft als doch.Vorher dachten wir,es hätte eventuell keine Wirkung mehr.
    Leider hat es einen sehr schlechten Einfluß auf die Migräne.Im August hatte ich 14 Migräneanfälle.5 Anfälle hielt ich aus.Das heißt ich brauchte 9 Triptane.Aber ich kann mich noch so mit den Triptanen einschränken,durch das Opiat hab ich ja immer einen Übergebrauch.
    Nun meine Frage,denn ich möchte gern von dem Teufelszeug wegkommen.Gibt es Pflaster für mich,für den Bereich der Wirbelsäule,die vom Schmerz so ablenken,dass ich das Opiat absetzen kann?Meine Ärztin aus Essen möchte sich auch noch telefonisch bei Ihnen deswegen melden.Sie hat aber gerade Urlaub.
    Gibt es also eine Möglichkeit für mich,meine BWS so zu behandeln,dass kein Analgetikaübergebrauch mehr besteht?
    Die Schmerzen an der BWS sind genauso stark wie Migräne.Ich würde gern auf beides verzichten.Hinzu kommen noch eine seronegative chronische Polyarthritis und eine Fibromyalgie.Ich weiß ja jetzt,wenn ich kein Opiat nehme,ist die Migräne auch besser.Stationär bekam ich auch noch Remergil.Davon hatte ich innerhalb kurzer Zeit 5 Kilo zugenommen,deshalb hatte ich es abgesetzt.Venlafaxin machte bei mir auch Nebenwirkungen die ich nicht akzeptieren konnte.
    Haben Sie noch eine Idee?Meinen Fall müßte Sie ja bereits kennen,denn ich hatte schonmal wegen der Opiate eine Frage bzw. war Bettina so nett,sie auf die Pflaster anzusprechen.Gibt es da Erfahrungswerte bei Schmerzpatienten?
    Vielen lieben Dank für Alles.Sie sind ein ganz toller Mensch
    Cinderella

    • Liebe Cinderella,

      bitte um Nachsicht, dass ich Einzelheiten zur individuellen Therapie hier nicht erörtern kann. Ganz allgemein: Die Umstellung von akut wirksamen Opioiden ist Voraussetzung für eine Besserung des Migräneverlaufs. Ideal wäre es, wenn man insgesamt ausschleichen und absetzen kann. Ist dies jedoch wegen der Schmerzerkrankung nicht möglich, kann auf ein retardiertes Opioid umgesetz werden. Die Behandlung mit Opioid-Pflastern präferieren wir in dieser Situiation nicht, sie lassen sich wesentlich schlechter steuern und haben eine geringere Verträglichkeit.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  9. alioet sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof Goebel,

    auf Anraten von Ihnen habe ich mich wegen meiner 10 – 15 tägigen Auren im Monat einer Untersuchung auf Offenes Foramen ovales untersuchen lassen. Der Kardiologe fand tatsächlich dieses Loch. Er überwies mich nach Oldenburg zum Klinikum. Der Arzt dort sagte es sei überhaupt nicht erwiesen das das Schließen mir helfen könnte, es könnte sogar sein das es hinterher noch schlimmer ist mit der Migräne und den Sehstörungen. Er riet mir also ab. Nun steh ich da und weiß das ich dieses Loch habe, ich hätte die Voruntersuchung ja gar nicht machen brauchen.
    Es war für mich natürlich eine große Hoffnung.
    Was raten sie mir nun.

    Mit freundlichen Grüßen

    alioet

    • Liebe Alioet,

      es ist richtig, dass es widersprüchliche Studien zur Wirksamkeit des Verschlusses eines offenen Foramen ovale gibt. Bei einer sehr hohen Aurafrequenz mit atypischem Verlauf haben wir jedoch sehr gute Erfahrungen mit dem Verschluss gemacht. Allgemeine Überlegungen sind für den Einzelfall nicht immer zielführend, es muss individuell abgewogen werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

      • alioet sagt:

        Lieber Herr Goebel,

        ihre Antwort hilft mir im Moment nicht weiter. Was raten Sie mir an wen ich mich wenden soll. Ich bin ja nun schon untersucht und zu einem Herzzentrum überwiesen worden.
        Ich kann ja den Arzt nun nicht zwingen das Loch zu schließen.
        Gibt es besondere Zentren die sich auch mit der Migräne auskennen.

        Gruß alioet

  10. Tess sagt:

    Lieber Herr Prof. Göbel!

    Ich habe seit Jahren mit Migräne zu kämpfen welche sich seit einigen Monaten extrem verschlimmert hat, sowohl in der Attackenhäufigkeit als auch in der Intensität.
    Mittlerweile habe ich so gut wie jeden Tag Migräne und nehme entsprechend viele Triptane kombiniert mit Naproxen.

    Nun nehme ich auch seit ca. einer Woche Topiramat, mein Neurologe vermutet einen MÜK und geht deshalb davon aus, dass das Topiramat nicht richtig anschlagen wird. Deshalb soll ich ab morgen 6 Tage Cortison bekommen, 3 Tage 500 mg i.V. danach über drei Tage mit Tabletten runterdosieren, die Behandlung soll aufgrund örtlicher Nähe durch meinen Hausarzt durchgeführt werden.
    Im Forum lese ich immer 100 mg Cortison als Erstdosis, ich selbst habe mit Cortison noch keine Erfahrungen gemacht und bin leider sehr ängstlich, ich leide auch noch an einer Panikstörung.
    Diese große Spanne zwischen 100 mg und 500 mg verunsichert mich. Ist 500 mg Decortin im Allgemeinen eine übliche Dosis?

    Besten Dank für ihre Mühe im Voraus,

    Tess

    • Tess sagt:

      edit: ich soll natürlich nicht einfach nur das Cortison nehmen, sondern ab morgen erstmal auf sämtliche Schmerzmittel / Tiptane verzichten.

      • Liebe Tess,

        im Einzelfall ist eine Medikamentenpause mit 500 mg Prednisolon sinnvoll. Dies kann man erwägen, wenn sehr schwere Umstellungskopfschmerzen bestehen. In der Regel wird eine solch hohe Dosis aber nicht eingesetzt. Ein solch komplexes Behandlungsschema muss intensiv ärztlich überwacht werden.

        Topiramat ist bei Depressionen, Ängsten und Panikstörungen nach unseren Erfahrungen oft problematisch.

        Freundliche Grüße
        Hartmut Göbel

        • Tess sagt:

          Darf ich noch was nachfragen….?

          Was heisst denn intensiv ärztlich betreut? Ich geh ja nur zu meinem Hausarzt, bekomm die Infusion und geh dann wieder nach Hause….. Da kommt meine Angst wieder durch :-(

          • Liebe Tess,

            eine Medikamentenpause und die Gabe von Kortison sind nur im Rahmen eines Gesamtkonzeptes zielführend. Eine effektive Migränetherapie erfordert viel Wissen, Schulung, Verhaltensänderungen, Entspannungstechniken etc.

            Außerdem ist in dieser Phase körperliche Schonung unerlässlich und insbesondere in der Anfangsphase auch Bettruhe erforderlich.

            Freundliche Grüße
            Hartmut Göbel

  11. Susi sagt:

    Lieber Herr Professor Göbel,

    zuerst einmal vielen Dank, dass Sie sich Zeit für unsere Fragen und Anliegen nehmen, das ist wirklich großartig! Danke auch für Ihre tolle Klinik, in der mir sehr geholfen wurde während meines Aufenthalts im Juli. Leider waren Sie gerade im Urlaub, wir wären sonst Nachbarn gewesen (Zimmer 304) ;-)
    Nun zu meiner Frage: hilft Arcoxia auch gegen Regelschmerzen? Ich bekam in der Klinik die Empfehlung, zum Triptan Arcoxia zu nehmen, da ich Naproxen nicht vertrage. Nun hatte ich letzten Sonntag Migräne und hätte eigentlich auch Unterleibsschmerzen bekommen sollen (der 1. Tag ist immer schlimm, danach geht es besser). Ich hatte natürlich Triptan und Arcoxia genommen – und die Bauchschmerzen kamen garnicht! Dieser Effekt wäre mir natürlich sehr recht… kann es da also einen Zusammenhang geben?

    Freundliche Grüße,
    Susi

    • Liebe Susi,

      Arcoxia kann vom Wirkmechanismus her auch bei Regelbeschwerden wirksam sein. Vorteilhaft ist dabei die lange Wirksamkeit über 24 Stunden und die gute Magenverträglichkeit. Allerdings ist das Medikament dafür nicht zugelassen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  12. Moni sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    dürfte ich Ihnen noch eine 2. Frage stellen (ich dachte, heute gilt’s :-) ).
    Ich leide an so ziemlich allen Formen der Migräne (mit und ohne Aura). Am schlimmsten belastet mich aber die menstruelle/hormonell bedingte Migräne. Sie dauert bis zu 7 Tage (ca. 3 bis 3,5 Tage eine Schädelhälfte und dann Wechsel auf die andere Seite und weitere 3 bis 3,5 Tage). Triptane (Maxalt, Imigran) wirken nur kurzzeitig zwischen 2 bis 10 Stunden, manchmal auch gar nicht. Die Prophylaxe mit Topimarat hat bisher auch keine positive Wirkung gezeigt (im Bezug auf diese Form der Migräne). Diese Probleme habe ich um die Mens und um die Ovulation, so dass ich meist schon 12 – 14 Tage im Monat gebeutelt bin. Nun die Frage: Welche Triptane würden Sie empfehlen? D.h., welche habe