1. Anna Neumann sagt:

    Lieber Herr Prof. Göbel,
    ich habe schon seit vielen Jahren sehr häufig Kopfschmerzen und Migräne, die Anfallshäufigkeit und Intensität hat sich im Laufe der Jahre stetig gesteigert. Seit einigen Monaten nehme ich – trotz sehr unangenehmer Nebenwirkungen – Flunarizin ein, was in puncto Intesität auch wirklich hilfreich ist. Spannungs-, Stress- und ohne-ersichtlichen-Grund-Kopfweh treten seitdem auch seltener auf. Gegen einen meiner größten Kopfschmerzauslöser konnte Flunarizin jedoch nichts ausrichten: Seit einigen Jahren bekomme ich auch von körperlicher Anstrengung Kopfweh (hochroter Kopf, der sich nciht mehr beruhigt), wenn dagegen nicht sofort medikamentös vorgegangen wird, wird daraus auch Migräne. Dieses Phänomen hat sich in den letzten Jahren und Monaten stetig verschlimmert, mittlerweile kann ich manche (mir sehr wichtige) Sportarten gar nicht mehr ausüben, auch bei Umzügen kann ich nicht mehr helfen o. Ä.. Beispielsweise konnte ich noch vor wenigen Monaten mindestens 35 Minuten am Stück langsam joggen, mittlerweile ist schon bei 20 Min. im Schneckentempo schluss bevor ich richtig ins Schwitzen komme.Diese Art von Kopfweh schränkt meine Lebensgestaltung dadurch mittlerweile stark ein. Flunarizin hilft hier nicht, ev. hat sich die Situation dadurch sogar verschlimmert. Haben sie eine Erfahrungen, welche medikamentösen oder anderen Therapien gegen eine solche Art von Kopfschmerzen in Frage kommen könnten?
    Vielen Dank und viele Grüße,
    Anna Neumann

    • Liebe Anna,

      Sie beschreiben einen Kopfschmerz, der von körperlicher Aktivität ausgelöst, oder verstärkt wird. Solche Kopfschmerzen können sekundär bei erhöhtem Blutdruck auftreten. Dafür spricht, dass Sie während der Kopfschmerzen einen hochroten Kopf bekommen. Aber auch sog. gutartige Anstrengungskopfschmerzen können entsprechend ausgelöst werden.

      Flunarizin hilft bei diesen Kopfschmerzen meist nicht gut. Wirksame Optionen können Betablocker oder ACE-Hemmer sein. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt auch auf Bluthochdruck untersuchen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

    • Saphira78 sagt:

      Lieber Herr Prof. Göbel,

      ich habe seit vielen Jahren Migräne mit Aura. Nach 3 Schwangerschaften hat die Migräne einen gewissen Höhepunkt bei mir erreicht gehabt und ich wurde auf Topiramat eingestellt. Mittlerweile bin ich bei 75mg angekommen und vertrage es soweit ganz gut. Ich habe nur, seit der ca. 50mg Dosierung, extreme Muskelkrämpfe die sich nicht nur auf die Waden beschränken sondern auch in Armen, Händen, Kiefermuskeln und allen möglichen Muskelgruppen vorkommen (beim husten, niesen usw.). Das ist sehr schmerzhaft und lässt sich leider auch durch hochdosierte Mg-Gabe nicht wirklich ändern, ich bin bei mittlerweile 1050mg am Tag. Was kann ich noch tun? Und lassen diese Krämpfe evtl. noch nach, denn ich möchte ungern das Topi absetzen denn es hilft mir sehr gut gegen die Migräne. Meine schweren “Tsunamis” mildert es ungemein ab und ich bin heute schon seit 9 Tagen migränefrei… (dafür hatte ich bis zum 18.7. insgesamt 8 mal)
      Dann habe ich noch eine Frage zu den Auren die ich oft habe und die nicht nur vor einer Migräne auftreten, sondern an manchen Tagen auch so gehäuft mit neurolog. Ausfällen wie Sprachstörungen, Wortfindungsstörungen, Schwindel und Gangstörungen. Ich bin an einem “Auratag” abends meist nicht mehr in der Lage mich verständlich zu artikulieren, ich lalle, denke die richtigen Worte, spreche aber ein falsches aus, was ich aber auch sofort merke. Nur wenn ich versuche das Wort wieder richtig zu sprechen, kommt wieder ein falsches heraus. Das ist mit 3 Kindern von denen mindestens 1 ADS hat und konkrete Aufforderungen braucht um in ihren Abläufen zu bleiben, sehr schwierig für mich und wenn ich nicht richtig sprechen kann, einfach nur zum verzweifeln. Was ist das, was kann ich tun? In der neurolog. Praxis in der ich einige Jahre in Behandlung war, wurde ich mit den Worten abgespeist: das ist ganz normal bei Migräne, damit müsse ich mich abfinden, das müsse ich akzeptieren, das wäre nunmal mein Leiden.
      Ich muss aber irgendwie funktionieren auch mit Migräne und mit diesen Auren, verstehen Sie das? Kann man denn da gar nichts machen?

      Ich danke Ihnen vielmals für alles was Sie für uns tun, Danke das es auch Ärzte wie Sie gibt, Sie lassen mich den Glauben an die Ärzte nicht ganz verlieren.
      Viele Grüße, Sandy Klotzek

  2. Heiko59 sagt:

    Hallo Herr Prof. Göbel,
    ich bin seit dem Aufenthalt in Ihrer Klinik im Mai diesen Jahres, bestens auf meine Basilarismigräne eingestellt. Eine für mich gesunde und passende Mischung aus Amlodipin/2,5mg- 1-0-0, Metoprolol/ 47,5mg-1- 0-2, Diasporal- Magnesium/300mg- 1-0-1 und natürlich Topiramt/ 100mg- 0-0-1
    Ich habe von Anfang an keinerlei Nebenwirkungen bemerkt. Keine Schlafprobleme, keine Gewichtsprobleme, keine Defizite der Gedächnisleistung oder Sonstiges. Die Umstellung der Medikamente bekommt mir bisher sehr gut. Meinen letzten stärkeren Migräneanfall mir Aura hatte ich MITTE JUNI!! (HAMMER :-) )
    Ansonsten zweimal zwischendurch ein kurzes Aufflackern, das aber genau so schnell verschwand,(30min) wie es erschienen ist, und ohne Aura. Habe dafür auch keine Schmerzmittel gebraucht.
    Jetzt Interessiert mich natürlich brennend, wie lange diese Positive Wirkung in etwa anhalten wird, bis der Körper sich an die Medikamente gewöhnt, und der Zustand sich wieder verschlechtert. Und auch ob es sein kann, das sich noch spätere Nebenwirkungen einstellen, wie zB. Leberprobleme oder Nierenleiden? Und wie man dann evtl. weiter vorgehen kann, und die weitere Behandlung aussieht.
    Vielen Dank für die Antworten
    Mit freundlichen Grüßen
    Heiko

    • Lieber Heiko,

      ich freue mich sehr, dass Sie eine gute Besserung verzeichnen können. Die Wirkung wird mit großer Wahrscheinlichkeit bestehen bleiben, eine Gewöhnung an die Medikamente ist nicht zu erwarten. Spätere eventuelle organische Probleme sind sehr unwahrscheinlich. Vierteljährliche Laborkontrollen sollten prinzipiell veranlasst werden. Bei Auffälligkeiten kann dann gegengesteuert werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  3. Siri sagt:

    Lieber Herr Prof. Göbel,
    ich habe schon seit Jahren Migräneanfälle, die in Dauer und Intensität sehr unterschiedlich sind. In letzter Zeit treten sie aber häufiger auf und halten oft bis zu 3 Tagen an, dann allerdings nicht ganz so heftig, so dass ich gerade noch arbeiten kann.
    Mir ist aufgefallen, dass sich die Anfälle jetzt oft mit permanentem unkontrollierbarem Gähnen ankündigen. Ich bin bis vor zwei Jahren wegen einer Angsterkrankung und Depressionen in psychotherapeutischer Behandlung gewesen und habe in dieser Zeit auch Antidepressiva ( Paroxetin ) genommen. Die Migräneanfälle sind in dieser Zeit zurück gegangen. Seit zwei Jahren bin ich aber medikamentenfrei. Ich mache Sport, achte auf regelmässige Mahlzeiten und Entspannung, versuche genug zu schlafen. Bei Anfällen versuche ich mit so wenig Schmerzmitteln als möglich auszukommen. Für eine Einschätzung Ihreseits oder einen Tipp wäre ich sehr dankbar.
    Mit freundlichen Grüssen,
    Siri

    • Liebe Siri,

      es besteht eine enge Verbindung zwischen Migräne und Depressionen. Bei schweren Migräneverläufen kann auch die Stimmung in Mitleidenschaft gezogen werden. Für die vorbeugende Behandlung empfiehlt sich tatsächlich ein Antidepressivum. Sie achten auf ein sehr vernünftiges Verhaltensprogramm und wissen, wie man durch Tagesplanung die Migränewahrscheinlichkeit reduzieren kann.

      Sollten an mehr als 7 Tagen im Monat Attacken auftreten, wäre eine zusätzliche medikamentöse Behandlung zu erwägen. Die Auswahl richtet sich nach den Gesamtumständen. Sollte Stimmung und Schlaf beeinträchtigt sein, ist ein trizyklisches Antidepressivum möglich, stehen Stiummung und Angst im Vordergrund, kann ein angstlösendes Antidepressivum erwogen werden.

      Das Gähnen ist ein häufiges Hinweissymptom der Migräne und kann als Schutzreflex bei Sauerstroff- und Energiemangel im Nervensystem aufgefasst werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  4. Martin E. sagt:

    Hallo Herr Prof. Göbel,
    ich beziehe mich auf einen Artikel in der Ärztezeitung vom 20.07.2011 mit dem Titel “Wege aus dem Spannungskopfschmerz” von Andreas Häckel. Hier werden Sie zitiert von einer Veranstaltung von CT Arzneimittel in Berlin, indem Sie über Spannungskopfschmerzen berichten und deren Auswirkungen auf das körpereigene Schmerzsystem. Ferner wie diese Schmerzen chronifizieren durch Schlafstörungen, chronische Erschöpfung oder den Übergebrauch von Schmerzmitteln als Akuttherapie über mehr als zehn Tage pro Monat. Als mögliche Lösung berichten sie über die Substanz Flupirtin (z.B. Katadolon® S long) die bei längerer Anwendung u.a. die Schmerzchronifizierung hemmen oder sogar rückgängig machen kann.

    Worauf dieser Artikel nicht eingeht, was auch gleichzeitig meine Frage wäre
    a) in welcher Dosierung das Medikament verabreicht wurde?
    b) ob diese Therapie eine mögliche Prophylaxe darstellt? (Spannungskopfschmerzen können ja wiederum Migräne auslösen)
    c) über welchen Zeitraum man dieses Medikament optimalerweise nehmen soll?
    d) In einem früheren Beitrag (ich glaube 2006) haben Sie ausgeführt, das bei einem bestehenden Medikamentenübergebrauch das Katadolon nicht gegeben werden soll. Welche Faktoren führten zu dem neuen Erkenntnisstand?

    Ich bin nicht abgeneigt, diese Therapieform auszuprobieren, da ich eine Mischform von Spannungskopfschmerz und Migräne habe, mit dem Ziel den Spannungskopfschmerz zu vermindern um damit auch die Migräne bzw. vermeintliche Migräne zu verringern.

    Vielen Dank im voraus für die Antworten
    Mit freundlichen Grüßen
    Martin E.

    • Lieber Martin,

      der Artikel berichtet über einen Vortrag zur Behandlung von spannungsbedingten Schmerzen im Schulter-, Nacken- und Rückenbereich. Die Behandlung mit Katadolon S long, eine Tablette zur Nacht, kann bei solchen sekundären, spannungsbedingten Schmerzen wirksam sein. Die Behandlung erfolgt typischerweise über Tage bis mehrere Wochen.

      Anders ist es, wenn ein primärer Kopfschmerz, wie Migräne, oder Kopfschmerz vom Spannungstyp vorliegt. Auch hier sollte die 10/20-Regel eingehalten werden. Bei Migräne ist eine Wirkung von Katadolon nicht zu erwarten.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

      • Martin E. sagt:

        Lieber Herr Prof. Göbel,

        ist es nicht so dass beim Ablauf von Migräne oder Spannungskopfschmerz sich Nacken, Schultern schmerzhaft verspannen, je öfter desto mehr. Hier entsteht dann doch ein sekundärer spannungsbedingter Schmerz. Begünstigt das dann nicht auch wieder primäre Schmerzen (Migräne, Spannungskopfschmerz)?

        Mit freundlichen Grüßen
        Martin E.

  5. vin sagt:

    Sehr geehrter Prof. Dr. Göbel,

    ich habe eine Frage zur Wirksamkeit und zu Erfahrungen von intravenös gegebenen Procain. Es gibt viele Berichte, wo nach 10 Behandlungen die Migräne sehr stark zurückgeht oder ganz verschwindet.
    Was halten Sie davon, kennen sie einen Arzt der das seriös durchführt.

    Vielen Dank für Ihre Antwort

    • Liebe Vin,

      leider gibt es zu dieser Behandlung keinen Wirkungsnachweis. Die Therapie wird bei vielen Erkrankungen versuchsweise durchgeführt. Es handelt sich um eine sog. unkonventionelle Therapie. Solche Berichte basieren auf Einzelverläufen, ohne Langzeitkontrolle und ohne Vergleich mit einer Scheinbehandlung.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  6. Rose11 sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof.Dr.Göbel,
    ich leide an chronischen Clusterkopfschmerzen seit Jahren. Habe alle Medikamente lt. den DGN Richtlinien ausprobiert ohne jeglichen Erfolg, aber zum Teil mit heftigsten Nebenwirkungen. Seit 1.9.10 sind bei bestimmten Triptanen eine hohe Zuzahlung zu leisten. Das Medikament, das ich einnehme ist AscoTop 5mg als Schmelztablette. Auf die nasale Form kann ich leider nicht ausweichen. Ich habe sehr empfindliche Schleimhäute und bekomme auch Nasenbluten bei AscoTop Nasal. Leider habe ich auch mit AscoTop nasal zudem keinen Erfolg bei den Attacken.
    Haben Sie eine Erklärung, warum die Schmelztablette eine Wirkung zeigt.
    (ich habe lange Attacken) und in der nasalen Form keine Wirkung.
    Vielen Dank.
    Mit freundlichen Grüßen
    Rose11

    • Liebe Rose,

      sowohl Nasenspray, als auch Schmerztablette beinhalten den gleichen Wirkstoff. Es kann daher nicht an der Wirksubstanz liegen. Der Grund dafür, dass das Nasenspray nicht wirkt, ist wahrscheinlich eine reduzierte Aufnahme in der Nasen- und Rachenregion.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  7. Diana sagt:

    Sehr geehrter Prof. Dr. Göbel,

    ich hätte eine Frage zu meiner Migräneaura.
    Ich hatte seit ich etwa 22 Jahre alt bin, ab und zu, vielleicht 5-6 mal eine richtige Migräneattacke ohne Sehstörungen.
    Seit Dezember 2009 leide ich in unregelmäsigen Abständen unter Flimmerskototmen, manchmal mit Taubheitsgefühlen im jeweiligen Gesichtsbereich. Letzten Sommer hatte ich 5 Monate Ruhe und im Oktober letzten Jahres, nach einer stressigen Zeit fingen sie wieder an. Manchmal nur einmal im Monat und einmal war es 3 mal die Woche.
    Seit letzter Woche, wieder eine ziemlich stressige Phase, kamen sie nun schon 4 mal in 6 Tagen, seit Beginn letzter Woche habe ich auch oft im Hintergrund, leichte bis mittleschwere Kopfschmerzen, ohne Übelkeit.
    MRT im letzten November, EEG letztes Jahr, auch im letzten Jahr Dopplersonografie der Halsschlagadern brachten keine Befunde bis auf das im MRT des Kopfes, irgendwo leichte Verkalkungen festgestellt wurden. Diese hätten aber, laut eines Arztes der Uniklinik in Bonn, wo ich mich in meiner Verzweiflung vorgestellt habe, nichts mit den Flimmerskotomen zu tun.
    Ich habe aber jetzt sehr große Angst wegen dem momentan vermehrten Auftretens der Flimmerskotome und achte besonders genau auf alles was in meinen Augen vorgeht.
    Muss dieses vermehrte Auftreten der Flimmerskotome und den Kopfschmerz den ich täglich immer mal wieder habe was schlimmes bedeuten?

    Vielen Dank für ihre Antwort, Diana Brockmann

    • Liebe Diana,

      bei einer Migräne können Auren in unterschiedlicher Häufigkeit auftreten. Wenn dies über mehrere Jahre bereits geschieht, der neurologische Untersuchungsbefund und das MRT regelrecht sind, sind “schlimme” Erkrankungen nicht wahrscheinlich, bzw. sogar auszuschließen. Konzentrieren Sie sich daher auf eine effektive Migränetherapie.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  8. Guten Abend Herr Prof. Göbel,

    ich habe chronischen CKS. Die Prophylaxen, auf die ich in den letzten Jahren eingestellt wurde, waren:
    Verapamil (bis 940 mg), Lithium (900mg), Topamax (250mg), Cortison (100mg oral, dann ausschleichen), Gabapentin, Ergotamin, ONIs, Indometacin, Valproinsäure und langwirkende Triptane – jeweils einzeln als auch in Kombination untereinander.
    Topamax zusammen mit Verapamil und Ergotamin war die einzige Attackenvorbeugung, die einen spürbaren Effekt hatte. Jedoch musste ich zuerst das Ergotamin aufgrund von starken Durchblutungsstörungen und Krämpfen und dann das Topamax wegen Nierenproblemen absetzen. Zur Zeit habe ich überhaupt keine Prophylaxe und die Schmerzen treiben mich in den Wahnsinn. Mein Neurologe wusste nicht, was er mir noch verschreiben sollte.
    Ich wäre Ihnen überaus dankbar, wenn Sie mir einen Rat geben könnten, was ich noch tun kann!

    Vielen Dank im Voraus.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Gretchen

    • Liebes Gretchen,

      Sie haben nach Ihrer Schilderung einen sehr schweren Verlauf eines Clusterkopfschmerzes. Viele sonst bewährte Therapieverfahren haben Sie bereits eingesetzt. Daher kann ein Standardvorgehen wahrscheinlich nicht weiterführen. Es muss daher für Ihren Einzelfall ein Weg gefunden werden. Dafür stehen mehrere Alternativen zur Verfügung, die je nach individueller Situation ausgesucht werden müssen.

      Ich rate Ihnen zu einer stationären Einstellung in einer spezialisierten Klinik.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  9. Florian sagt:

    Guten Abend Prof. Göbel,
    aus aktuellem Anlass hab ich ein paar Fragen zur CKS Thematik. Mein Bruder ( 18 Jahre) hat momentan seine allererste Episode. Leider hat diese solch eine Intensität das er heute Nacht mit Notarzt und Rettungstransportwagen ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Dort angekommen gab es 500mg Methylprednisolon mit einer NaCl i.v. . Leider brachte dies überhaupt keine Linderung, nicht im geringsten!

    Kann es sein das man als Clusterkopf auf O2 & Imigran & Kortision nicht anspricht?
    Er hat im Akut Fall die komplette CKS-Symptomatik.

    Wäre es in diesem Fall ratsam eine Unterbringung in der Schmerzklinik Kiel anzustreben?

    Ich bin selber seit einem Jahr ein Clusterkopf und habe auch viel Erfahrung mittlerweile, aber sein Cluster ist weitaus bösartiger als das was ich kenne.

    Ich danke Ihnen schonmal im vorraus für Ihre Mühe!

    MfG

    • Lieber Florian,

      Methylprednisolon hilft bei Clusterkopfschmerzen nicht akut. Bei entsprechender Dosierung kann es nach ein bis zwei Tagen die folgenden Attacken stoppen. Im akuten Anfall jedoch tritt keine Wirkung ein.

      Für den Akutanfall helfen am zuverlässigsten Sumatriptan s.c. und Sauerstoff. Dieses Vorgehen jedoch sollte nur für ein bis zwei Tage notwendig sein. Wichtig ist, dass sofort eine effektive Vorbeugung aufgebaut wird, die dann weitere Attacken verhindert.

      Wenn eine ambulante Einstellung nicht wirksam ist, ist eine stationäre Therapie ratsam.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  10. Diana sagt:

    Sehr geehrter Prof. Dr. Göbel,

    ich hoffe es macht ihnen nichts aus wenn ich noch eine Frage stelle, die ich leider gerade vergessen habe.
    Können die Augenschmerzen, die ich auch in “Flimmerfreien” Zeiten oft habe, in “Flimmer vermehrten” aber stärker, auch damit zusammenhängen?

    Nochmals vielen lieben Dank, Diana Brockmann

    • Liebe Diana,

      Stress aus dem Augenbereich, wie z.B. trockene Augen, oder Brechungsfehler, können sich ungünstig auswirken. Allerdings ist ein direkter Zusammenhang mit den Auren nicht wahrscheinlich. Lassen Sie sich jedoch einmal augenärztlich untersuchen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  11. Sehr geehrter Herr Professor Göbel,

    ist es sinnvoll beim chronischen Cluster-Kopfschmerz neben bestehender Prophylaxe zusätzlich hochdosiertes Magnesium und Vitamin. B 2 einzunehmen? Oder kann man sich das sparen?

    Herzlichen Dank und alles Gute

    Harald Rupp

    • Lieber Herr Rupp,

      eine Wirkung erwarte ich von der zusätzlichen Medikation nicht, daher kann man sie sich sparen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  12. Mara sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    seit fast zwei Jahren nehme ich sehr viele Triptane gegen Migräne (ohne Aura), mittlerweile fast täglich ein Sumatriptan 100mg. da die Migräne ansonsten nicht auszuhalten ist. Zahlreiche Prophylaxe-Versuche sind fehlgeschlagen, ein Aufenthalt in der Schmerzklinik Kiel brachte nur kurze Besserung.

    Zwar kann ich an der Dosierung leider nichts ändern, dennoch macht mir der Medikamentengebrauch auf Dauer große Sorgen. Sind Langzeitfolgen bei einer derartig hohen Einnahme von Triptanen bekannt?

    Herzlichen Dank
    Mara

    • Liebe Mara,

      wenn Sie die 10/20-Regel überschreiten, wird leider keine vorbeugende Behandlung nachhaltig wirksam sein. Es muss eine erneute Medikamentenpause erfolgen. Es ist dann zu hoffen, dass Sie die 10/20-Regel einhalten können. Besteht jedoch eine chronische Migräne mit mehr als 15 spontanen Migränetagen pro Monat, hilft leider auch die Medikamentenpause nicht richtig weiter: Denn auch dann treten bei Beachtung der 10/20-Regel an mehr als 15 Tagen im Monat Migräneattacken auf.

      Sie sollten noch einmal den Verlauf anhand Ihres Schmerzkalenders in der Kopfschmerzsprechstunde klären lassen. Anhand des Ergebnisses kann dann eine Entscheidung über das weite