Dies ist unsere Gruppe zum Migräne- und Kopfschmerz-Chat und sie funktioniert folgendermaßen: Um ca. 12:00 Uhr des jeweiligen Chat-Tages wird die Kommentar-Funktion aktiviert. Will man eine Frage eintragen, klickt man in das Fenster der Kommentarfunktion. Hat man eine Frage eingetragen, sieht man unter seinem Beitrag “Antworten”. Diese Antwortfunktion benutzt Prof. Göbel, um die Antwort auf die vorherige Frage einzustellen. Prof. Göbels Antwort ist dann ein wenig eingerückt und unterscheidet sich daher auch optisch von den Fragen. Sollte der Fragesteller zum selben Thema noch eine Folgefrage haben, bitte auch auf “Antworten” klicken – aber nur dann! Sonst bitte immer in das Kommentar-Fenster schreiben. Nach dem Chat wird die Kommentar-Funktion wieder deaktiviert bis zum nächsten Chat-Tag. Alle Fragen und Antworten bleiben in diesem Blog erhalten und bestimmte Themen können jederzeit mit der Such-Funktion wiedergefunden werden. Alle Aktionen werden am Chat-Tag auch auf der Startseite des Headbook aufscheinen.
Fragen können nur am jeweiligen Chat-Tag ab 12:00 Uhr eingetragen werden. Bitte immer auf das aktuelle Datum in der Überschrift achten, das unter “Live-Chats” eingetragen ist.
Lieber Professor Göbel,
seit fast einem Jahr spritzt ich Ajovy.
Nun habe ich alle drei Monate einen schweren Infekt, der mit Antibiotika behandelt werden muss.
Außerdem leide ich, wenn ich Sumatriptan gespritzt habe, unter tagelanger Erschöpfung.
Zwar habe ich weniger Migräneanfälle, durch die Infekte und die Erschöpfung bin ich jedoch ziemlich eingeschränkt.
Könnten das Nebenwirkungen der Antikörper sein.
Vielen Dank für Ihre Mühe.
Rosinante
Liebe Rosinante,
Rachenentzündung und Müdigkeit können Nebenwirkungen der Antikörper sein. Erwägen Sie einen Auslassversuch.
Freundliche Grüße
Hartmut Göbel
Sehr geehrter Herr Professor Göbel,
ich leide seit 25 Jahren unter Migräne und habe von meinem Neurologen nun Ajovy verschrieben bekommen. Ich bin dankbar diese Prophylaxe ausprobieren zu dürfen, dennoch habe ich Sorge vor der möglichen Nebenwirkung des Haarausfalls. Durch meine Schilddrüsenerkrankung leide ich bereits an Haarausfall was zur Folge hat, dass meine Haare sowieso recht dünn sind, weshalb die Vorstellung eventuell einen noch stärkere Haarverlust zu erleiden für mich psychisch sehr belastend ist.
Dies führt mich zu nachfolgenden Fragen :
1. Ist der medikamenteninduzierten Haarausfall durch Ajovy vollständig reversibel oder muss damit gerechnet werden, dass die davon betroffenen Haarfollikel nachhaltig geschädigt sind?
2. Kann dem Haarausfall in irgendeiner Weise durch gewisse Supplements vorgebeugt bzw. entgegengewirkt werden?
Herzlichen Dank für Ihre Zeit und Hilfe.
Freundliche Grüße
Rabina
Liebe Rabina,
sensorische Neurone setzen bei Aktivierung CGRP frei. CGRP kann das Haarwachstum fördern. Monoklonale Antikörper gegen CGRP könnten diese Förderung reduzieren. Ob das reversibel ist, ist unklar. Ob es dazu eine Vorbeugung gibt, ist unbekannt.
Freundliche Grüße
Hartmut Göbel
Hallo Prof. Dr Göbel,
ich (29) habe seit dem 14 Lebensjahr Migräne und alle Prophylaxe ausprobiert. Auch alle Antikörperspritzen, einschließlich Yepti. Die haben meine Migräne zwar reduziert, jedoch habe ich immer noch drei Mal die Woche Migräne. In einer Antikörper Studie habe ich damals 660mg Fremanezumab als Start bekommen. Da hatte ich keinen Anfall im Monat. Danach lag die Milligramm Anzahl bei 225. Die Migräne wird nach 3 Wochen nach der Spritze deutlich mehr. Ich glaube, die jetzt zugelassene milligrammanzahl ist einfach nicht ausreichend für mich. Woran liegt das? Baut sich der Wirkstoff so schnell ab?Ich bin sehr dünn (56kg).
Gibt es Überlegungen eine höhere Milligramm Anzahl bei den Antikörper zuzulassen?
Meinen Sie es wäre hilfreich eine zusätzliche Prophylaxe einzunehmen?
Vielen Dank
Viele Grüße Julia
Liebe Julia,
Sie können sich die Dosierung von 675 mg alle drei Monate verabreichen. Dafür besteht eine Zulassung. Die 225 mg sind für die monatliche Anwendung gedacht.
Freundliche Grüße
Hartmut Göbel
Sehr geehrter Hr. Prof. Göbel, mich triggern leider Hormone sehr stark. Früher immer zur Periode, auch um den Eisprung herum. Jetzt bin ich 53 Jahre alt, vor den Wechseljahren, oder schon im Wechsel und nehme bioidentische Hormone um die Schwankungen des Östrogens etwas gegenzusteuern. Leider ohne Erfolg auf die Migräne. Monatsblutung habe ich keine mehr. Leider geht es mir seit einem Jahr sehr schlecht. Die Migräne wurde chronisch und dauert oft 2 Wochen am Stück. In der Zeit behandle ich nicht jeden Tag mit einem Triptan (10/20 Regel konnte immer eingehalten werden) sondern nutze auch den Weg über Sedierung (dazu nutze ich Amitriptylin das ich eh zur Prophylaxe nehme und manchmal auch Zopiclon) Seit August 2022 probiere ich die Antikörperspritzen (Aimovig in beiden Dosierungen, Ajovy das mir 2 migränefreie Monate beschert hat). Ab Weihnachten 2022 bestehe ich gefühlt nur noch aus Migräne. Vor 2 Wochen habe ich Emgality das erste mal gespritzt. Da die Attacken immer so lange dauern nehme ich Zolmitriptan und Naratriptan, verstärke aber auch mit Naproxen. Einmal habe ich eine lange Attacke mit 3 mal 100 mg Cortison versucht zu unterbrechen, was aber nicht gelang. Rizatriptan hilft leider nur kurz. Zur Prophylaxe nehme ich im Moment 25 mg Amitriptlyin, 40 mg Propranolol und Emgality.(erst einmal vor 2 Wochen gespritzt) Nun weiß ich nicht mehr wie ich weiter machen soll. Gibt es evtl. neue Erkenntnisse wie man mit einer vorwiegend hormonell getriggerten Migräne umgeht? Danke für Ihre Mühe….
Liebe M.S.
wenn ich richtig verstehe, leiden Sie an einem durchgängigen Dauerkopfschmerz. Der Einfluss von Hormonen ist dabei nicht anzunehmen. Aufgrund ihrer komplexen Kopfschmerzerkrankungen sollte eine stationäre multimodale Schmerztherapie erwogen werden.
Freundliche Grüße
Hartmut Göbel
Guten Tag Herr Prof. Dr. Göbel,
bei mir wurde Ende Februar 2023 vestibuläre Migräne festgestellt, die mich seit letztem Sommer täglich begleitet. (Nach einer Corona Infektion mit Lagerungsschwindel)
Ich habe täglich starke visuelle Probleme und sehr häufig Kopfschmerzen, dementsprechend bin ich sehr erschöpft und konnte über 6 Monate nicht meiner Arbeit, sowie dem Haushalt nachgehen.
Unter der Medikation von Metroprolol 47,50mg (seit 28.02.23) hatte ich am 1.4.23 eine Migräneattacke, die sich in einen Status migraenosus verändert hat (16 Tage ink. 5 Tage 100mg Prednisolon).
Mir wurde dann die Antikörpertherapie nahe gelegt (Amiovig 140mg) (Da Metroprolol nicht effektiv sei)
Da ich erst seit dem.28.02.2023 Metroprolol nehme, sollte ich nicht versuchen, die Dosis zu steigern oder sollte ich direkt mit der Antikörpertherapie anfangen?
Ist es zudem möglich, Metroprolol und die Antikörpertherapie zeitgleich zu machen? (Da ich durch die ständigen visuellen Probleme Angstzustände und Panikattacken bekommen habe, hilft Metroprolol meinen Puls niedrig zuhalten und ich falle nicht so schnell in eine Attacke)
Nach meiner letzten Migräneattacke, ist mein Körper sehr empfindlich gegenüber Berührung geworden, meistens sehr schmerzhaft. Seitdem ich Migräne habe, habe ich andauernd Nacken,-Rücken,- und Kieferverspannungen. Mein ganzer Oberkörper ist ständig verspannt und ich bekomme es nicht weg. Woher kommt das und wie kann ich es verbessern?
Ich versuche Entspannungsverfahren in meinen Altag einzubauen, Meditation und progressive Muskelentspannung. Außerdem mache ich eine Verhaltenstherapie und wollte Akupunktur ausprobieren.
Da ich mich noch nicht mit Migräne auskenne, mich aber belese, bin ich noch sehr unerfahren in dem Umgang mit meiner neuen Erkrankung. Wenn Sie speziell einen Tipp für mich und die vestibuläre Migräne haben, wäre ich sehr erfreut.
Mit freundlichen Grüßen Katharina
Liebe Katharina,
Metoprolol sollte ausreichend dosiert werden, um die Wirksamkeit zu klären. Auch ist eine zweimalige Gabe pro Tag erforderlich. Die gleichzeitige Therapie mit Aimovig wäre möglich.
Sie können sich regelmäßig in http://www.headbook.de austauschen, wenn Sie Fragen haben und/oder mehr über Ihre Erkrankung lernen möchten.
Freundliche Grüße
Hartmut Göbel
Betr.: Migränebeginn aus dem Schlaf heraus, der nach dem Aufstehen verschwindet, bevor (!) man irgendetwas gegessen oder getrunken hat!? Was ist der Mechanismus? Was kann man dagegen tun?
Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
häufig Migränebeginn aus dem Schlaf heraus mitten in der Nacht, die dann trotz Weiterschlafen nicht aufhört, sondern bei jedem Aufwachen in der Nacht nach wie vor vorhanden ist (und eher stärker wird nach jedem Aufwachen), ein Weiterschlafen (und Wieder-Einschlafen) aber trotzdem möglich ist, und dann aber morgens nach dem Aufstehen oft langsam innerhalb von ca. einer Viertelstunde vollständig verschwindet.
Die Migräne verschwindet nicht, wenn ich wach im Bett liegen bleibe und nicht gleich ausstehe.
Jetzt gibt es die Theorie, dass das am Energiemangel in der Nacht liegt und das dann morgens nach dem Frühstück sich ändert, oder aber die Theorie, dass das am Koffein“entzug“ in der Nacht (soz. im Schlaf) liegt, und dann morgens mit einer Tasse Kaffee verschwindet.
Aber beides trifft offenbar nicht zu, denn häufig verschwinden die eindeutigen einseitigen Migräne-Kopfschmerzen schon vor jeglichem Essen oder Trinken!
2 Fragen:
Was kann der Mechanismus hinter dem so häufigen Migränebeginn im Schlaf sein? Was macht der Schlaf da? Und was kann ich dagegen tun, damit der Schlaf keine Migräne auslöst?
Und: Was macht das schlichte Aufstehen und Wach-Werden mit den Kopfschmerzen, dass sie dann abebben? Was passiert da?
Wenn ich den Mechanismus kennen würde, könnte ich etwas (dagegen) tun, denn manchmal passiert genau das gleiche, aber die Migräne verschwindet auch nach dem Aufstehen nicht, wabert den ganzen Tag hin und her und wird eher noch schlimmer, so dass ich dann abends ein Triptan nehmen muss, um die Schmerzen zu beenden.
Danke für Ihre Gedanken und Mühe.
Mit freundlichen Grüßen
W.
Lieber Wolpertinger,
Ihre Kopfschmerzen könnten durch einen sogenannten schlafgebundenen Kopfschmerz bedingt sein. Dabei hat man typischerweise in der Nacht aus dem Schlaf heraus Kopfschmerzen, man wird wach und kann nicht weiter schlafen. Nach einer bestimmten Zeit klingen die Kopfschmerzen wieder spontan ab. Eine Therapiemöglichkeiten ist das Trinken von Kaffee vor dem Zubettgehen. Der genaue Mischmechanismus für diesen Kopfschmerz ist nicht bekannt.
Freundliche Grüße
Hartmut Göbel
Guten Tag Prof. Dr. Göbel, vielen Dank für die Zeit, die Sie sich nehmen, um in diesem Chat Fragen zu beantworten, das ist sehr wertvoll. Ich bin 55 Jahre alt, habe seit früher Kindheit Migräne ohne Aura und war bis auf meine 2 Schwangerschaften nie wirklich frei von Migräne in meinem Leben. 2017 war ich in Ihrer Klinik, damals gab es noch keine CGRP-Prophylaxe. Ich habe alle 3 Antikörper-Spritzen seit 2021 eingesetzt, die Wirkung war immer einige Wochen gut, meine Anfälle reduzierten sich um 10-20% aber dann nahm die Wirkung ab. Es wurde nach ca 2-3 Monaten gewechselt und aktuell befinde ich mich in der Auslassphase, in der 3. Woche. Es geht mir schlechter, ich bin bei über 6 Tagen Triptan-Einnahme in der 3. Woche vom Auslassversuch und auch schon in den letzten 2 Monaten von Emgality hatte ich bis zu 10 Migräne-Tage/mtl.
Ich beachte die 10/20-Regel und mache regelmässig Entspannungsübungen und moderaten Ausdauersport, aber ich muss nun mit dem Neurologen die weitere Prophylaxe ansprechen. Er schlug mit Yvepti als Infusion vor, die 3 anderen (Ayovi, Emgality und Aimovig 70 und 140) habe ich von April 2021 bis März 2023 eingesetzt, s.o. In der Neurologenpraxis wäre ich die erste Yvepti-Patientin, auch mein Neurologe scheint etwas „unsicher“.
Meine 2 Fragen:
1. Ist Ihnen ein Zusammenhang zwischen Auswirkung von der Antikörper-Prophylaxe auf die Gerinnung bekannt? Ich hörte dazu „Andeutungen“, finde aber keine Belege/Hinweise im Netz. Ich habe eine Faktor V-Mutation und darf keine Hormone nehmen, was die aktuelle Migräne-Situation mit starken Wechseljahrsbeschwerden verkompliziert. Mein Neurologe verwies mich nur auf den Beipackzettel und hier finde ich auch bei Yvepti keine Angaben, habe aber seit ca 1,5 Jahren immer wieder starke blaue Flecken unterhalb der Knie, die aber laut Phlebologe und Dermatologe von meinen Krampfadern stammen. Ich habe doch evtl. die Antikörper im Verdacht. Spricht aus Ihrer Sicht etwas gegen Yvepti bei mir?
2. Würde es Sinn machen, wieder mit den Prophylaxen „von vorn „zu beginnen?
Es gab ja eine Wirkung jeweils, wenn auch nur von kurzer Dauer. Über diesen Vorschlag hat der behandelnde Neurologe lachen müssen, ich meine sie aber ernst!
Liebe Alexandra,
Auswirkungen von Vyepti auf die Gerinnung sind nicht bekannt. Wenn unter den Antikörpern nur eine Reduktion von 10 bis 20% resultiert, scheint es sinnvoll zu sein, wieder auf die konventionellen Wirkstoffe zurückzugreifen. Auch eine stationäre Therapie wäre zu erwägen.
Freundliche Grüße
Hartmut Göbel
Vielen Dank für Ihre Antwort. Ich habe 2 Rückfragen zu 1. „konventionelle“ Wirkstoffe meinen Sie nicht Yvepti? der Versuch steht ja noch offen. 2. Früher habe ich unter Amitriptillin stark zugenommen( habe es dosiert bis 50 pro Tag) ist eine Prophylaxe auch mit einer niedrigeren Dosierung denkbar? in Kiel bekam ich anfangs 10-12 mg(?) pro Tag und konnte schon profitieren. Vielen Dank und einen schönen Abend
Guten Tag Herr Prof. Göbel,
Ich habe eine Frage zu Aimovig. Kann es nach längerer Einnahme zu Bluthochdruck, Magenbluten, Vitamin D Mangel führen? Meine Blutwerte für Eisen und Vitamin D sind nicht in Ordnung. Eisenmangel kann der Hausarzt sich nur durch Magenblutungen erklären.
Wann kommen die Gepante auf den Markt? Gibt es da schon Informationen?
Das Aimovig vertrage ich nicht so gut. Die anderen Antikörper habe ich auch schon durch.
Für den Clusterkopfschmerz habe ich nur den Sauerstoff. Isoptin hatte heftigen Ausschlag gemacht. Habe für die Migräne nur das Aimovig und den Clusterkopfschmerz nur den Sauerstoff.
Nun habe ich seit 5 Tagen Migräne mit Erbrechen und hänge völlig durch.
Bin total am Ende. Der Schmerztherapeut meinte nur, da kann man nichts machen ausser durchhalten. So kann ich allerdings nicht weitermachen. Bin völlig verzweifelt. Hier zu Hause keine Hilfe bzw. Unterstützung.
Triptane darf ich keine nehmen. Ausser Vomex was im Moment die Übelkeit und das Erbrechen stoppt habe ich nichts. Bin nicht mal in der Lage zu einem Arzt zu fahren.
Bedanke mich schon im Voraus für die Antwort.
Schöne Grüße kris
Liebe Kris,
es ist nicht wahrscheinlich, dass die von ihnen beschriebenen. Symptome durch Aimovig bedingt sind. Im Hinblick auf die sehr komplexe Kopfschmerzerkrankung, die sie beschreiben, sollten Sie mit ihrem Arzt besprechen, ob nicht eine stationäre multimodale Schmerztherapie für Sie sinnvoll wäre .
Wann Rimegepant erhältlich ist, ist noch offen.
Freundliche Grüße
Hartmut Göbel
Lieber Herr Professor Göbel,
ich, 50 Jahre alt, leide seit ca. 30 Jahren an Migränen ohne Aura, mittlerweile chronisch, bis auf Antikörper habe ich alle Prophylaxen ausprobiert.
Meine aktuelle Prophylaxe Candesartan 8 mg konnte die Anfälle reduzieren (noch ca. 12 Attacken pro Monat) . Leider nimmt die Häufigkeit wieder mehr zu und meine langen Attacken erfordern, dass ich Sumatriptan 50 mg manchmal bis zu 4 bis 6 Tage hintereinander einnehmen muss.
Unbehandelte Attacken dauern ca. 4 Tage mit heftigsten Migräneschmerzen, davon 2 Tage mit Dauererbrechen. Vomex, Domperidon, MCP helfen dann nicht.
2-mal im Jahr nehme ich für 3 Tage Prednisolon 100 mg, um den Status zu durchbrechen und die 10/20 Regel einhalten zu können. Leider hatte ich die letzten Male (Ende 2021 und Anfang 2023) heftige Nebenwirkungen (erhöhter Blutdruck, hoher Puls, Herzrasen, Rückenschmerzen, leichter Schwindel), die vorher nicht auftraten. Kardiologisch wurde alles abgeklärt – ohne Befund.
Meine Frage:
1. Können Sie sich erklären, warum die Kortisoneinnahme nach guter Wirkung und geringen Nebenwirkungen in den letzten Jahren nun auf einmal weniger verträglich ist?
2. Nach dem letzten Status und Kortisoneinnahme ist ein neuer Schmerz bzw. Missempfindung aufgetreten, unabhängig von der Migräne. Ein Ziehen bzw. Kribbeln knapp unterhalb des rechten Ohres, das sich bis zum
Scheitel hochzieht. Die Schmerzen sind nicht immer vorhanden. Würden Sie ein MRT empfehlen? Mein letztes MRT war erst 2021 – ohne Befund.
3. Wäre ein Wechsel der Prophylaxe sinnvoll, z.B. Antikörper? (alle anderen Prophylaxen inkl. Botox habe ich bereits getestet) Candesartan kann ich wg. niedrigem Blutdruck nicht aufdosieren.
Ich danke Ihnen vielmals für die Beantwortung meiner Fragen.
Herzliche Grüße
Karolina
Liebe Karolina,
erhöhter Blutdruck, hoher Puls, Herzrasen, Schwindel können nach Kortisongabe typischerweise auftreten. Versuchen Sie eine niedrigere Dosierung einzusetzen. Eine Option ist auch, Kortison gemeinsam mit Diazepam einzunehmen, um die von ihnen beschriebenen Nebenwirkungen zu reduzieren und auch einen Nachtschlaf zu ermöglichen. Das sollte jedoch nur ausnahmsweise erfolgen. Ich habe Ihre Ausführungen so verstanden, dass sie auch entsprechend vorgehen.
Zu den neu aufgetretenen Schmerzen unter dem Ohr ist aufgrund der Angaben keine spezifische Antwort möglich. Es sollte zunächst eine neurologische Untersuchung erfolgen. Ergeben sich dabei Auffälligkeiten, kann auch ein MRT in Erwägung gezogen werden. Dabei kann auch geprüft werden, ob eine Umstellung der Vorbeugung sinnvoll ist.
Freundliche Grüße
Hartmut Göbel
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Göbel,
Vielen Dank an Sie und an das Team für die Organisation und Beantwortung der Fragen hier im Chat.
Seit mittlerweile etwa 7 Jahren habe ich einen Kopfschmerz, welcher durch Körperliche Belastung hervorgerufen wird. Da ich grundsätzlich jedoch sportlich, seit der Kindheit, sehr aktiv bin (Laufen, Fahrradfahrern und Kraftsport) und ein Tag ohne Sport für mich kaum vorstellbar ist, habe ich auch täglich recht starke Kopfschmerzen.
In den Vergangenen Jahren habe ich dementsprechend auch schon verschiedene Medikamentöse Behandlungsmethoden ausprobiert, wie Betablocker (Metoprolol) oder auch Antidepressiva (Amitriptylin und Venlafaxin), dieses hatte jedoch keine Verringerung des Schmerzes zufolge. Lediglich Indometacin wirkt als akut Medikament schmerzlindernd.
Frage:
Gibt es noch noch andere Medikamente welche als Prophylaxe eingenommen werden könnten, um die Schmerztage und die Einnahme von Indometacin zu verringern?
Ist es normal, dass der Schmerz bei einer immer geringeren Sportintensität auftritt? Früher wahr er nur nach sehr harten Einheiten, mittlerweile nach jeder.
Vielen Dank und freundliche Grüße
Vincent
Lieber Vincent,
es müßte erstmal geklärt werden, welche Kopfschmerzform bei Ihnen besteht. Möglichkeiten schließen einen gutartigen Anstrengungskopfschmerz, Dehydrationskopfschmerz, Hypoglykämie-Kopfschmerz, Migräne u.a. ein.
Möglicherweise ist auch ein Medikamentenübergebrauchskopfschmerz (MÜK) entstanden.
Es sollte daher eine spezielle Diagnostik durchgeführt werden.
Freundliche Grüße
Hartmut Göbel
Hallo Prof. Göbel, ich habe 2 Fragen zu der Vyepti Infusion. Momentan erhalte ich die in der Dosis 100 mg und die Wirkung ist nicht so wie ich es mir erhofft habe. Mein Arzt möchte mir nicht die 300 mg geben. Da er keine Erfahrung damit hat und der Preis sehr hoch ist. Haben sie Erfahrungen mit der Wirkung von 300 mg Vyepti?
Kann es dabei zu Muskelschmerzen und Muskelkrämpfen kommen als Nebenwirkungen.
Vielen Dank
Ich weiß nicht wie ich nachträglich den Text bearbeiten kann. Ich nehm sowieso schon täglich Magnesium zusätzlich und bekomme ständig Muskelschmerzen und Krämpfe. Daher die Frage ob es von der Vyepti Infusion kommen kann.
Liebe Yvonne,
wenn Sie bereits Vyepti erhalten, sind wahrscheinlich alle anderen Optionen ohne Erfolg versucht worden. Ob die Dosis von 300 mg wirksam ist, kann nur durch Ausprobieren geklärt werden. Muskelschmerzen und Muskelkrämpfe sind als Nebenwirkungen unwahrscheinlich.
Freundliche Grüße
Hartmut Göbel